Für Ihre Adoptiv- und Pflegeeltern

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Eine sich selbst reflektiernde Haltung gehört nicht nur zum selbstverständlichen Standard
in der sozialen, pädgogischen und pflegerischen Arbeit,
sondern ist eine wesentliche Kernkompetenz professioneller Praxis.

Vorbereitung Ihrer Pflegeelternbewerber

Zukünftige Pflegeeltern haben oft nur eine vage Vorstellung davon, was auf sie mit einem Pflegekind zukommt. Sie sind meist sehr überrascht, in welchem komplexen System sich eine Pflegefamilie bewegt. Daher ist es sinnvoll im Rahmen der Vorbereitung dieses komplexe System aufzugreifen und transparent werden zu lassen.

Ich gehe davon aus, dass zukünftige Pflegeeltern sich im Rahmen des Vorbereitungsprozesses mit folgenden Bereichen auseinandersetzen sollten und dazu entsprechende Informationen benötigen:

Verständnis und Information über die spezielle Lebenssituation von Pflegekindern und deren Familien.

bg2Zukünftige Pflegeeltern sollten verstehen, dass das Kind immer mit / in / zwischen zwei Familiensystemen lebt. Das heißt auch, dass die Herkunftsfamilie weiterhin Bestandteil im Leben des Pflegekindes ist; und zwar unabhängig davon ob aktuelle Kontakte bestehen oder nicht.

bg2Dadurch kann es für das Kind leicht zu Loyalitätskonflikten zwischen den beiden Familiensystemen kommen. Diese wirken durch das jeweilige Verhalten der beteiligten Erwachsenen (Eltern / Pflegeeltern) verstärkend oder abmildernd.

bg2Zukünftige Pflegeeltern sollten sich klar darüber sein, dass die Trennung des Kindes von seiner Familie für das Kind selbst und die Familie eine starke psychische Belastung darstellt. In diesem Trennungsprozess braucht das Kind Begleitung und Unterstützung durch die Pflegeeltern.

bg2Zukünftige Pflegeeltern sollten akzeptieren, dass die Herkunftsgeschichte des Kindes für seine Identitätsentwicklung eine große Bedeutung hat.

bg2Sie sollten um die Bedeutung von Bindungen wissen. Dazu gehört auch die Anregung zur Reflexion eigene Bindungsrepräsentationen.

bg2Sie sollen Kenntnis über die Integrationsphasen und Übertragungsgeschehen haben. Mit Hilfe von Alltagsbeispielen sollen sie dazu angemessenes Elternverhalten erarbeiten.

Kooperation mit der Herkunftsfamilie

bg2Zukünftige Pflegeeltern sollen die Bedeutung ihrer eigenen Haltung gegenüber den Eltern des Kindes erkennen und ein Verständnis für dieder Zusammenarbeit mit den Eltern gewinnen.

bg2Sie sollen eine Vorstellung darüber bekommen, welche Formen der Kooperation mit den Eltern es geben kann. Konkrete Anlässe können sein: Planung und Gestaltung von Besuchskontakten; Kontakte über Telefon, Post, ...; bei geplanter Rückführung des Kindes; im Rahmen von Biografiearbeit. Sie sollen Ideen für die Ausgestaltung dieser Kontakte entwickeln können, die sich am Wohl des Kindes orientieren.

Kooperation mit dem Jugendamt

bg2Zukünftige Pflegeeltern sollen verstehen in welche rechtlichen Regelungen eine Pflegefamilie eingebunden ist.

bg2Sie sollen die Bedeutung des Hilfeplans kennen.

bg2Sie sollen die Funktion und Aufgaben des Pflegekinderdienstes kennen und sich selbst als Teil der Jugendhilfe begreifen lernen. Sie sollen verstehen, dass es um vertrauensvolle Zusammenarbeit, Beratung und Begleitung geht.

Motivation und Ressourcen der eigenen Familie

bg2Die zukünftigen Pflegeeltern sollen ihre Motivation zur Aufnahme einesauch auf dem Hintergrund ihrer eigenen Biografie reflektieren. Gleichzeitig werden sie bekannt gemacht mit Methoden aus der Biografiearbeit und erleben deren Wirkung an der eigenen Person.

bg2Sie sollen ihre aktuelle FamiliensituationRessourcen hin betrachten und dabei die Grenzen wahrnehmen. Hier gehört die Frage nach der eigenen Belastbarkeit und der Belastbarkeit schon vorhandener Kinder hinein.

In der methodischen Ausgestaltung des Vorbereitungsseminars orientiere ich mich an dem Konzept der Themenzentrierten Interaktion (TZI). Das Thema, die Gruppe und die einzelne Person sollen in gleicher Weise zum Zuge kommen. Die systemische Therapie und die Transaktionsanalyse prägen meine Haltung und das methodisches Vorgehen.

Das Seminar können Sie für Ihre Bewerber als Diagnose- oder Selbstevaluationsseminar buchen.

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